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Umdenken
Vielen Menschen ist bewusst, dass sich die
gesellschaftlichen Strukturen und das damit zusammenhängende
Welt- und Selbstverständnis des Einzelnen in einem
grundlegenden Wandel befindet. Dieser Wandel geht einher mit einem
Verlust an Orientierung und Sicherheit. Bisher waren es
gesellschaftliche Normen und gesellschaftliche
Übereinkünfte, die die Strukturen für diese
Orientierung und daraus resultierende Gewissheit definiert haben.
Je mehr jedoch gesellschaftliche Strukturen an Bedeutung verlieren,
sichtbar in der Veränderung familiärer Strukturen,
genauso wie in den Folgen der wirtschaftlichen Globalisierung und
in den Auswirkungen der immer engeren Vernetzung der Nationen und
Menschen miteinander, desto mehr ist der Einzelne gefordert, selbst
für Orientierung in seinem Leben zu sorgen.
Dabei darf sie oder er nicht bei sich selbst
stehen bleiben, vielmehr ist jeder gleichermaßen aufgerufen,
die Bedeutung des eigenen Handelns für das Ganze und die
daraus erwachsende, das Persönliche übersteigende,
Verantwortung zu erkennen. Eine Verantwortung, die immer weniger
gesellschaftlichen Regeln, Ethik und Moral folgt, sondern zunehmend
aus dem Verständnis der eigenen Existenz wie auch der gesamten
Existenz resultiert, ja zwingend resultieren muss.
»Die Menschen schlafen solange sie
leben.
Erst in ihrer Todesstunde erwachen
sie.«
Aber ist diese Forderung nach
»Erwachen«, wie sie in den Zeilen aus einem Gedicht von
1001 Nacht formuliert ist, nicht eine rein metaphysische,
spirituelle und für das alltägliche Leben wenig relevante
Frage? Und woraus sollen die Menschen überhaupt
erwachen?
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