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Nicht-bewusstes Denken
Wenn man das eigene Denken einmal genau
beobachtet, kann man leicht erkennen, dass »Denken«
nicht- bewusst geschieht. Erst das bereits Gedachte wird uns als
Gedanken bewusst – der Vorgang des Denkens an sich
»geschieht« einfach.
Nun bedeutet das aber nicht, dass wir auf das
Denken keinen Einfluss nehmen könnten. Denken geschieht
aufgrund unserer internalisierten Überzeugungen, Meinungen und
Ansichten genauso wie aufgrund unserer Erfahrungen und
Erinnerungen. Dies ist der »Pool«, aus dem heraus unser
Denken gespeist wird.
Dass wir das Denken nicht bewusst steuern
können ist eines, etwas anderes ist das Gedachte auch zu
realisieren, ob dies nun durch Weiter-Denken, Sprechen oder Handeln
geschieht. Über den Prozess des Bewusstwerdens ist bewusstes
Denken, Sprechen und Handel möglich.
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Das innere Gefängnis der Gedanken öffnen
Nur durch den Prozess des Bewusstwerdens
können wir den Konstrukten unserer Psyche, unseren
Konditionierungen, mentalen Modellen, Überzeigungen und
Identifizierungen wie dem daraus resultierenden Bedürfnis nach
Sicherheit und der Anpassung an gesellschaftliche Rollen und
Anforderungen entfliehen. Dies wird jedoch nur dem möglich
sein, der bereit ist, sich in allen Aspekten seiner
Persönlichkeit wahrzunehmen.
Dazu müssen wir wiederum bereit sein, der
Aufforderung aller philosophischen und religiösen Traditionen
zu folgen:
»Erkenne dich
selbst!«
Ohne die wahre Kenntnis seiner selbst ist eine
persönliche Entwicklung nicht möglich.
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Aus Identifizierungen lösen
Zen-Denken heißt vor allen Dingen, sich aus
Identifizierungen zu lösen, denn sie binden uns unangemessen
und verhindern, dass wir die Dinge statt durch den Filter unserer
Ansichten so wahrnehmen, wie sie wirklich sind. Woran oder womit
wir identifiziert sind, lässt sich an unserem Selbst- und
Weltbild wie unseren Glaubenssätzen erkennen.
Der gewöhnliche Zustand für die meisten
von uns ist ein Identifiziertsein mit dem, was uns das
stärkste Gefühl von Lebendigkeit zu geben scheint, was
uns am Realsten oder am Intensivsten vorkommt. Diese Identifikation
mit einem Teil unserer selbst bezieht sich gewöhnlich auf den
Brennpunkt unserer Aufmerksamkeit, auf die wichtigste Rolle, die
wir im Leben spielen.
Wir werden von allem beherrscht, mit dem wir uns
identifizieren. Wir können alles, von dem wir uns
desidentifizieren, beherrschen, leiten und benutzen.
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