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Erkenntnis und Einsicht
Unabhängig von der Frage, ob wir durch
unseren Geist unsere Erfahrungen oder auch unsere Wirklichkeit
kreieren oder ob darüber hinaus nur Geist wirklich ist und wir
die Welt, in der wir leben, selbst realisieren, müssen wir
zweifelsfrei feststellen, dass - egal was durch unseren Geist
realisiert wird - es »besser« realisiert wird, wenn dies
durch einen unbeeinflussten, durch nichts gehinderten Geist
geschieht.
Je klarer unser Geist ist und je präziser
unsere Gedankengänge sind, desto klarer und präziser sind
auch unsere Einsichten.
Zen-Denken bewegt sich an der Grenze zum
Numinosen, will es erfahrbar machen, aber nicht erklären. Sich
dessen immer wieder bewusst zu sein, verhindert, dass Zen-Denken
zum Philosophieren des Philosophierens willen wird. So können
wir sicher sein, uns nicht (wieder) in den Strukturen und
Gedankengängen des Denkens zu verlieren und zu verheddern,
stattdessen fördert und ermöglicht Zen- Denken eben die
phänomenologische Wahrnehmung und so tiefgehende und
tiefgründige Einsichten in Zusammenhänge und
Dynamiken.
So ist es beispielsweise mittels Logik und
Verstand nachvollziehbar, dass ich als Mensch nicht aus mir selbst
heraus existieren kann, genauso, wie ich ständig mit vielen
anderen Dingen verbunden bin. Mittels der Logik und klaren Denkens
kann ich etwa feststellen, dass meine Lunge nur zusammen mit dem
Sauerstoff abgebenden Baum funktionsfähig ist und dass der
Baum somit ein Teil meines Organismus ist.
Alleine dieses Verständnis und Bewusstsein
des Zusammenhangs zwischen Baum und Lunge verändern das
Verhältnis zur Natur grundlegend: In dem Moment, in dem man
diesen Zusammenhang verstanden hat, spricht man kaum noch von
Um-Welt als etwas von sich selbst Getrenntem, einfach deshalb, weil
man die Natur und sich selbst nicht mehr als zwei voneinander
getrennte Dinge, sondern als eine Einheit versteht.
Wer im Bewusstsein dieses Verständnisses der
Einheit lebt, ebnet sich den Weg zur unmittelbaren Erfahrung der
Einheit des Seins.
Durch diese »rechte« Art des Denkens
erleichtern wir uns auf der einen Seite das eigene Leben, auf der
anderen Seite steht uns falsches Denken und damit falsche Ansichten
nicht mehr im Weg, die Wirklichkeit und die Welt zu erkennen, wie
sie tatsächlich ist. Zen-Denken zeigt uns den Weg vom nicht-
bewussten zum bewussten Denken.
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