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Der Weg der Absichtslosigkeit
Lebe wie ein Buddha bis du einer
bist!
Wer sich in der Zen-Praxis die Befriedigung
seiner individuellen Ziele erhofft, wird nichts erreichen, wer sich
jedoch nichts (mehr) erhofft und nichts (mehr) werden will, dem
wird alles zufallen, dem erschließen sich Potentiale
ungeahnten Ausmaßes. Denn der wichtigste Satz in meiner
Zen-Praxis ist:
»Hör auf etwas sein zu wollen und
sei, was du bist!«
Dies ist Lebenskunst, jedoch nicht im Sinne eines
Sich-Selbst-Verwirklichens und auch nicht im Sinne eines Werdens,
sondern im Sinne des Seins, eines Seins, das ohne jegliche
personale Absicht ist und gerade deswegen voller Absicht.
Die Bedeutung des Zen wird klar, wenn man sich
von allen Vorstellungen befreit und zum Wesentlichen
zurückfindet. Das Wesentliche ist für mich die Sammlung
der ursprünglichsten Texte des Buddha, die im Dhammapada
wiedergegeben sind. Wenn ich den Satz vieler Zen- Meister
»Lebe wie ein Buddha, bis du einer bist!« als innere
Haltung angenommen habe, so heißt das eben nichts anderes, als
der Botschaft des Buddha zu folgen. Im Dhammapada aber werden wir
keine Anleitungen für die Lösung unserer Probleme finden,
keine Anleitung für mentale Fitness und auch nicht für
innere Ruhe und Gelassenheit.
Wer im Zen Impulse oder Anleitungen für die
Ausbildungen von Fertigkeiten oder gar Methoden zur
Bewältigung seines Lebens sucht, wird zutiefst enttäuscht
werden.
Das Dhammapada beginnt mit dem Satz: »Unser
Leben wird von unserem Geist geformt, und wir werden, was wir
denken.« Wer aber glaubt, dass dieser Satz so zu verstehen
ist, dass wir unser Leben nach unseren Vorstellungen gestalten
können, der irrt gewaltig.
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