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Was Zen nicht ist
»Das Unnennbare ist das ewig
Wirkliche.
Das Benennen ist der Ursprung aller
Einzeldinge.«
So schreibt Laotse im ersten Vers des Tao Te
King. Und weil sich Zen nicht wirklich beschreiben lässt,
wähnen sich viele auf seinem Weg und sind es doch nicht.
In der Beschäftigung mit der Praxis des Zen
habe ich mir anfangs so etwas wie die Erlösung von all meinen
Schwierigkeiten und Problemen erhofft. Je mehr ich mich jedoch mit
Zen beschäftigt habe, desto klarer ist mir geworden, dass die
Verbindung des Zen mit Zielen wie Gelassenheit, mentaler
Stärke, innerer Ruhe oder der Hoffnung auf Antworten auf die
Fragen in meinem Leben mich immer weiter von der Essenz des Zen
entfernt haben.
Auch die Hoffnung, durch Zen persönliche
Orientierung und einen Sinn im Leben oder den Zugang zu einem
ganzheitlichen, nachhaltigen und spirituellen Leben finden zu
können, ist bis ins Mark enttäuscht worden.
Denn genau diese Ziele befriedigt Zen nicht,
einfach deshalb, weil auf das eigene Ich bezogene Ziele die
grundsätzliche Erkenntnis des Zen verhindern, nämlich,
dass es dieses Ich nicht gibt.
Das ist auch der Grund, warum ich kein
Business-Zen, kein Krieger-Zen und keinen Weg zur Gelassenheit oder
sonst wohin anbieten werde. Die Praxis des Zen ist in sich selbst
die Paradoxie überhaupt im Leben, die man sich besser nicht
vorstellen kann. Auf meiner Visitenkarte habe ich folgenden Text
stehen:
»Geistige Klarheit, innere Ruhe und
stete Gelassenheit.
Der Tischler formt Holz, der Töpfer
formt Ton,
der Weise formt sich
selbst.«
Genau das ist es, worum es im Zen geht und es ist
genau das, wozu uns die Praxis des Zen verhilft. Doch wer dies
anstrebt, um seine Bedürfnisse zu befriedigen und um etwas zu
erreichen, der wird es verfehlen, einfach deshalb, weil Zen der Weg
der Absichtslosigkeit ist.
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