»Eine erste Kraft ist ein Arbeiter, der genau das tut, was ihm gesagt wird, und nicht widerspricht.
Verstehen Sie mich? Wenn Sie zu diesem Mann sagen: 'Gehen Sie!', dann geht er, und wenn Sie sagen:
'Setzen Sie sich nieder !', dann setzt er sich und widerspricht nicht.«
Frederick Winslow Taylor (1919)
So kann man nur mit Menschen umgehen, die sich um die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse
und um ihre Sicherheit sorgen (müssen). Nun geht es den Menschen heute wesentlich besser als
den Menschen im Jahre 1919, sie haben ein deutlich höheres Ausbildungsniveau und aufgrund
Ihres optimierten Lebensstandards suchen sie verstärkt um soziale Anerkennung und
Selbstbestätigung. Auch wenn es vordergründig bei einer Arbeit um »das Geld verdienen« geht,
so spielt es, wie viele Untersuchungen gezeigt haben, tatsächlich keine wesentliche Rolle
hinsichtlich der Motivation von Mitarbeitern.
Dies bedeutet nichts anderes, als dass Mitarbeitern gerade auch in ihrer Arbeit ihre
Individualität entfalten wollen. Dies bedeutet Raum für individuelles
Verantwortungsbewusstsein und die Möglichkeit, die Qualität nicht nur des eigenen Lebens,
sondern auch der eigenen Arbeit zu verbessern, um den eigenen Arbeitsplatz zu sichern und
um abends zufriedener nach Hause gehen zu können.
Hier decken sich die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Beide finden im Konzept
des Kaizen eine Möglichkeit zur Steigerung von Produktivität, Qualität und persönlicher
Zufriedenheit.
Der Kerngedanke des Kaizen ist, die Fähigkeit aller Mitarbeiter zur ständigen Verbesserung der
Geschäftsabläufe im Sinne der Unternehmensziele zu aktivieren.
Dieser Gedanke stützt sich auf ein tiefgehendes Verständnis der menschlichen Natur mit
selbstorganisierten, motivierten und gutausgebildeten Mitarbeitern. Jeder wird als Experte
seiner Arbeit angesehen, ähnlich einem Orchester, indem jeder an seinem Instrument ist
Leistung erbringt. Die Haltung des Kaizen überträgt den Mitarbeitern Verantwortung und
Kompetenz und stärkte damit in ihrem Bedürfnis nach individueller Anerkennung und
Entfaltung ihrer Persönlichkeit.
»Den« motivierten Mitarbeiter oder »die« unfähige Mitarbeiterin gibt es nicht. Wohl gibt es die
motivierten Menschen, doch das lässt sich ändern, bietet man ihnen den Raum, in dem sie sich
entfalten können.
Dabei ist Kaizen keinesfalls ein abgehobenes, philosophisch-visionäres Konstrukt. Es hat eine
klares Welt- und Menschenbild und praktiziert eine daraus resultierende Lebenshaltung, die
wiederum durch konsequentes, prozessorientiertes Handeln in qualitative Arbeit mündet.




