Haben Sie sich einmal gefragt, wie Sie es geschafft haben, ein Mensch zu werden?
Was haben Sie gemacht, dass Sie sich von dieser einen Zelle, die Sie einmal waren,
zu dem entwickeln konnten, was Sie heute sind? Ich denke, Sie werden dies nicht
bewusst und nicht durch Überlegungen oder Nachdenken hinbekommen haben,
vielmehr wird es einfach geschehen sein.
Anders ausgedrückt, das Leben hat etwas vollbracht, dass Sie sind, Sie aber nicht
persönlich für sich in Anspruch nehmen können, dass Sie es selbst kreiert hätten.
Genauso sind Sie es, die oder der Hunger bekommt und sich etwas zu essen macht,
ohne lange darüber nachzudenken und wie Sie es anstellen, dass Sie abends
einschlafen und irgendwann wieder aufwachen, wenn Sie sich keinen Wecker
gestellt haben, können Sie sicherlich auch nicht sagen. Wenn ich Sie Frage, wie Sie
denken, können Sie mir auch das nicht wirklich erklären.
Was ich damit sagen will ist, dass die Art und Weise, wie das Leben durch uns
geschieht, sich unserer unmittelbaren Beeinflussung entzieht. Wir glauben zwar,
Schöpfer unserer Gedanken zu sein, doch ist es zwischenzeitlich wissenschaftlich
unbestritten, dass es dem freien Willen, wie wir in uns vorstellen, tatsächlich nicht
gibt. Und es ist wissenschaftlich auch unbestritten, dass wir uns zwar als von
einander getrennte Individuen erleben, dies aber tatsächlich so nicht zutrifft.
Stellen Sie sich einmal eine Hand vor, die in einem dicken Boxhandschuh steckt und
etwas Filigranes hochheben möchte. Nun stellen Sie sich die gleiche Hand vor, die
diesesmal aber in einem dicken Wollhandschuh steckt und wieder versucht, etwas
Filigranes hochzuheben. Und nun stellen Sie sich die gleiche Hand nochmals vor,
diesmal aber in einem hauchdünnen, geschmeidigen Lederhandschuh.
Nun stellen Sie sich vor, dass die Hand Ihr ursprüngliches Wesen ist, Ihr
vollkommenes Potenzial und der Handschuh Ihre psychische Persönlichkeit, durch
die, sozusagen, Ihr ursprüngliches Wesen hindurch wirken muss. Je stärker wir
konditioniert sind, je identifizierter wir mit irgendwelchen Vorstellungen, je mehr wir
in mentalen Konstrukten denken, desto dicker und undurchlässiger ist unserer
Psyche.
Der Satz von
Vernon Kitabu Turner
»Und als ich dann immer mehr loszulassen begann, fand ich heraus, dass die
Meisterschaft schon da war; ich musste einfach nur aus dem Weg gehen und
zulassen, dass sie sich zeigte.«
drückt exakt dies aus.
Je mehr wir also »es« durch uns geschehen lassen, desto effektiver und effizienter
werden wir sein. Die Frage ist, wie wir diese innere Haltung auch im Außen
umsetzen können. Der Weg dazu ist Kaizen, das Streben nach stetiger
Verbesserung.
Indem wir in jedem Moment die Qualität unseres Denkens, unseres Sprechens,
unsere Handlungen und allem unseres Tuns zum Zentrum unseres Wollens machen,
können wir gar nicht anders, als das Richtige tun. Dabei ist Kaizen einfach, aber
nicht unbedingt leicht, denn es verlangt eine gehörige Portion Selbstdisziplin.
Jedoch spätestens dann, wenn die ersten Erfolge oder werden, wird es leichter und
leichter.




