Damit steht nicht mehr die Handlung als solche im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern
die Qualität der Handlung.
Kaizen kann im Vergleich zur Innovation als der Vorgang permanenter Entwicklung angesehen
werden. Hinter der Unterscheidung zwischen Kaizen und Innovation steht die Frage des
Erkenntnisfortschritts bei einer Erfindung bzw. Entdeckung.
Ich will dies an einem Beispiel erklären:
Mich erinnert diese immer an Bergsteigen oder Bergwandern. Hat man nur Augen für den
Gipfel, kommt man sehr leicht außer Atem und gibt möglicherweise schon frühzeitig auf. Achtet
man jedoch auf die Qualität jedes einzelnen Schrittes, so kommt man wesentlich angenehmer
und oft auch noch schneller zum Gipfel, einfach deshalb, weil schon im Gehen der Genuss liegt
und nicht nur im Erreichen des Gipfels.
Dass man eine solche Haltung nicht »per ordre di Mufti« einfach anordnen kann, liegt auf der
Hand. Man kann Menschen nicht dazu motivieren, vielmehr muss man die Menschen finden, die
bereit und in der Lage sind, mit einer solchen Haltung zu arbeiten. Dabei bin ich der festen
Überzeugung, dass es der Wunsch fast eines jeden Menschen ist, so zu arbeiten, kreativ,
eigenverantwortlich und selbstbestimmt. Manchmal muss man diesen Wunsch nur wecken
oder sich fragen, wodurch er erstickt wurde.
Wo eine Kultur der Anweisung und des Forderns statt des Gestaltens und Förderns herrscht,
kann dies nicht gelingen. Kaizen ist keine Management-Methode, sondern eine Kultur und
Haltung gegenüber der eigenen Arbeit, die das ganze Unternehmen umfassen muss.




